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Birrini ,Therapiebegleitlama

Lamas und Alpakas gehören zur Familie der Kamele. Die Urkameliden stammten aus Nordamerika, ein Teil von ihnen wanderte über Mittelamerika nach Südamerika, hier entwickelte sich die Gattung der südamerikanischen Kleinkamele oder Neuweltkameliden. Bereits vor 6000 Jahren domestizierten die Indios die Wildformen der Neuweltkameliden und züchteten aus ihnen die grossrahmigen Lamas als Lasttiere und das kleinere Alpaka als Lieferanten für Wolle. Lamas und Alpakas dürfen als Herdentiere nicht allein gehalten werden, sie benötigen in jedem Fall mindestens einen Artgenossen. Sie haben eine ausgeprägte Rangordnung innerhalb der Herde und das Spucken dient in der Regel dazu, diese Rangordnung untereinander zu klären. Menschen werden sehr selten bespuckt, häufig findet dieses unangenehme Ereignis in Tierparks statt, in denen die Gelegenheit besteht, die Tiere zu füttern. Wird einem rangniedrigen Tier zuerst das Futter angeboten, spuckt ein ranghöheres Tier häufig aus Futterneid. Da einem Zoobesucher die Rangordnung innerhalb der Herde in der Regel unbekannt ist, sollte man in einem Tierpark die Fütterung der Tiere also lieber unterlassen, um ein Anspucken zu vermeiden!

Lamas und Alpakas benötigen viel Bewegung, aus diesem Grund sollte der Auslauf und die Weidefläche so groß wie möglich sein und über einen stets zugänglichen, trockenen und zugfreien Unterstand verfügen, der die Tiere vor Regen, Sonne und Wind schützt. Die Hauptnahrung der Tiere sind Gras und Heu, darüber hinaus benötigen sie Mineralsalze. Wie alle Weidetiere auf unseren relativ kleinen Flächen müssen sie regelmäßig entwurmt und auch geimpft werden. Je nach Bewollung müssen Lamas alle ein bis zwei Jahre geschoren werden, Alpakas in in jedem Jahr, um eine Überhitzung zu vermeiden.Zur Gesunderhaltung der Tiere gehört ebenso ein regelmäßiges Kürzen der Zehennägel.

Lamas und Alpakas sind neugierige, aber dem Menschen gegenüber in der Regel sehr zurückhaltende Tiere. Sie stürmen bei artgerechter Haltung und korrekter Erziehung nicht auf den Menschen zu, sondern bewahren eine - besonders für Menschen mit großer Angst vor Tieren sehr hilfreiche - freundliche Distanz. Die Tiere unterscheiden sich dadurch deutlich von Hunden, menschenbezogenen Pferden, Katzen und Ziegen, die in der Regel die Distanz zum Menschen deutlich schneller verringern oder aber durch ein eher eigenwilliges, schwer zu lenkendes Nähe- und Distanzverhalten charakterisiert sind.

Unsere ersten zwei Lama-Wallache holten wir im August 2002 zu uns, im Februar 2005 kamen noch zwei Stuten hinzu, im Sommer 2008 ein weiterer Wallach.Wir bildeten sie selbst aus und desensibilisierten sie besonders im Hinblick auf mögliche Persönlichkeitsmerkmale von Menschen mit Behinderungen. Des Weiteren übten wir mit den Tieren, sich beidseitig führen zu lassen, da die alleinige Verantwortung für das Führen eines Tieres außerhalb der eingezäunten Weide nicht immer einem Menschen mit Handicap übertragen werden kann. Mittlerweile halten wir zehn Lamas und drei Alpakas.

 

 

Mit der PTTL verfolgen wir u.a. folgende Ziele:

  • Sprachförderung und Ersetzen von sprachlichen Echolalien durch realitätsbezogene/erlebte Gesprächsinhalte

  • Förderung der sozialen Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Geduld und Rücksichtnahme

  • Förderung der Bewegungskoordination, Abnahme von selbst- und fremdschädigenden Verhaltensweisen

  • Abnahme von phobischen Störungen im Bereich der Eigenbewegung und der konkreten Tierphobie

  • Zunahme von positiven Beziehungserfahrungen und dem Kontakt zu sich selbst und der eigenen Gefühlswelt.

  • Frühförderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen

Die tiergestützte Therapie un Pädagogik mit Neuweltkameliden wird immer populärer, in vielen pädagogischen und therapeutischen Projekten werden Lamas und Alpakas mit großem Erfolg eingesetzt.

So wertvoll Neuweltkameliden im Rahmen von tiergestützten Interventionen sein können, es sind nie die Tiere allein, die „therapieren“.
Die tiergestützte Therapie ist keine eigenständige Therapie, sondern immer im Zusammenhang mit bereits bestehenden Therapieformen, Hilfe-/ bzw. Förderplänen oder Behandlungskonzepten zu sehen. Lamas und Alpakas werden als Begleiter methodisch in einen Hilfeplan integriert, entscheidend jedoch ist in erster Linie die berufliche Kompetenz des Therapeuten / Pädagogen. Um professionell und seriös tiergestützt arbeiten zu können, muss zunächst eine abgeschlossene Berufsausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung vorliegen, die den Anbieter von tiergestützten Interventionen dazu qualifiziert hat, didaktisch und methodisch zu arbeiten, das heißt: Der Anbieter muss aufgrund seiner beruflichen Qualifikation in der Lage sein, gemeinsam mit dem Patienten / Klienten oder stellvertretend für ihn eine Hilfeplanung zu entwickeln und mit angemessenen Mitteln durchzuführen, denn:

„Animal - Assisted - Therapy ( AAT ) ist Bestandteil der Arbeit eines professionellen Arztes, Therapeuten, Lehrers, Sozialarbeiters, Pädagogen oder Pflegers. Das Tier muss in die Ausübung der beruflichen Tätigkeit mit einbezogen sein. Dabei kann die Therapie auch von einem Laien vorgenommen werden, der aber von einem „Professionellen“ angeleitet wird. AAT ist immer auf Ziele ausgerichtet, die erreicht werden sollen. Diese müssen im Vorfeld festgelegt und definiert werden. Aktivität und Fortschritte während einer Sitzung werden genau dokumentiert.“ (Delta - Society 07.01.2001: Standards of Practice for Animal-Assisted-Therapy)

Die Qualität eines tiergestützten therapeutischen oder pädagogischen Angebotes sollte vom Klienten nicht danach beurteilt werden, welche Tiere vorhanden sind, sondern vorrangig danach, wie die fachlichen Kompetenzen des Anbieters sind, Tiere begleitend in den therapeutischen / pädagogischen Prozess einzubinden. Hierbei kann die Qualität eines Lamas als Therapiebegleittier nur im Zusammenhang mit dem Anbieter und dem jeweiligen Klientel beurteilt werden. Wir benutzen deswegen im Rahmen der PTTL den Begriff „Therapiebegleitlama“. Dieser Begriff soll keineswegs den therapeutischen/pädagogischen Wert von Neuweltkameliden mindern, sondern dient einer konzeptionellen Klärung und dem Verständnis zwischen den Anbietern von und den Interessenten für eine tiergestützte Therapie oder Pädagogik mit Lamas.

 

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